Dienstag, 28. Mai 2013

Ehemalige Bärenquell-Brauerei

Wo früher Bier gebraut und in die Stadt verschickt wurde, findet man heute neben einigen der beeindruckensten Graffiitis, eine der größten Industrieruinen der Stadt. Seit der Schließung Anfang der 90er Jahre, verkommt das Gelände rund um die ehemalige Schultheiss Brauerei durch Vandalismus und Witterung. 
Steigt man an der Station Schöneweise aus,  fühlt man sich hier im Stadtteil Niederschöneweide fernab der geschäftigen Großstadt. Was zunächst vielleicht nach ruhiger Abwechslung vom Trubel im Zentrum Berlins klingt, schlägt schon bald in Ernüchterung um. Heruntergekommene Industriegebäude, schnöde Einkaufszentren und eine vierspurige Straße, die die wenig ansehnlichen Wohngebäude vom Dienstleistungssektor abgrenzt, spiegeln die Tristesse dieser Gegend wieder. Emporhebend aus diesem Einheitsgrau erscheint die Industrieruine der Brauerei, welche sich damals im Besitz der Schultheiß-Brauerei befand. Die Firma, die Menschen und das Produkt sind gegangen. Was geblieben ist, ist ein Koloss der eine bessere Zeit dieser Gegend wiederspiegelt.
Tritt man an diesem verschneiten Wintertag durch die ehemalige Einfahrt des Geländes, werden einem die Ausmaße dieser Anlage schnell bewusst. Das erste Gebäude findet man bereits nach wenigen Schritten durch den Schnee. Symbolisch hängt das verwaiste und zerstörte Schild mit dem Aufzug Bärenquell von der Decke, Fenster sind dem Vandalismus erlegen und Schutt aus mehreren Jahren türmt sich auf, egal wohin man sieht.


 


Im Innenhof angekommen, findet man zahlreiche Überbleibsel vergangener Zwischennutzungskonzepte, Autowracks von einer der zahlreichen Kunstaktionen, die hier seitdem stattgefunden haben, sich bis zu zehn Meter über Backsteinwände erstreckende Graffitis und Tape Arts, sowie Reste von hier öfter stattfindenden illegalen Techno-Partys.

Betritt man das wohl längste Gebäude dieses Geländes, mit seinen Ausmaßen von bis zu dreißig Metern, erreicht man eine mit Panormafenstern versehene Halle. Die Scherben der nahezu komplett zerstörten Scheiben bedecken den Boden, gemischt mit verwitterten Aufklebern der alten Bärenquell-Marke. Steuereinheiten nicht mehr vorhandener Technik und Maschinen gewähren einen Einblick in die Geschäftigkeit, welche in der Halle zu Zeiten des Betriebes geherrscht haben muss. Das Dach der Halle bietet, neben dem angrenzenden Turm des zweiten alles überragenden Komplexes dieses Areals, den besten Blick über die Ausmaße der Hallen und Gebäude.
Viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Der freie Zugang gewährt dem Vandalismus allerdings offene Tore, sodass viele der Gebäude kaum noch zu retten sind.









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